TC – activ bei der Nesenbach-Tour  „Versteckt und verdreckt„
Stuttgart im Untergrund 7.12.2016

Einst war der Nesenbach die Lebensader für Stuttgart. Heute ist er aus der
Landeshauptstadt fast verschwunden.
Der Kontrast zwischen dem heutigen Kanalsystem und dem ursprünglichen Nesenbach könnte nicht größer sein. Auch weil der Nesenbach, unterstützt von seinen Zuflüssen, hier den Weg zum Neckar fand, ist Stuttgart vermutlich in diesem Tal entstanden.

Endlich mal sehen was passiert, wenn in Stuttgarts Badewannen die Stöpsel gezogen werden.
Diese Neugier konnte am Mittwoch nach Nikolaus eine mutige Gruppe der Rot-Weißen Abenteurer einlösen.   
Über einen schlichten Kanalschacht in der Neckarstrasse, gesichert durch Bergegurt und assistierende Profis, ging's über eine 6 mtr. lange Leiter senkrecht hinab in den Schlund der Stuttgarter Unterwelt. Auf Höhe des geheimnisvollen Nesenbaches angekommen, war die Verwunderung groß, zu welch reißendem Bach sich das eher vor der Verdohlung bescheiden daherkommende Wasser entwickelt hat. Überraschend sauber, aber unverkennbar dem Zweck der Entsorgung der Hinterlassenschaften dienend, strömte das Wasser mit einem Affenzahn an den in Schutzanzügen ausstaffierten Besuchern vorbei. Ganz im Sinne Sebastian Blau's Gedicht über den schaffenden Neckar, drängte sich dem Betrachter auf, dass es der Nesenbach halt auch nicht ungschafft durch den Stuttgarter Untergrund schafft.
Die Mannen der SES (Stadtentwässerung Stuttgart) jedenfalls verstanden es trefflich, die Besucher mit Anekdoten und unendlich langen Kanälen zu beeindrucken. Die Komplexität ihres Arbeitsgebietes und die gigantischen Ausmaße des Abwassersystems der Landeshauptstadt fanden die volle Anerkennung der Gruppe.
Mit zwei sehr informativen Filmen rundeten die SES die Lehrstunden ab. Die Frage, wo und wie die Reise des Badewassers letztlich endet, wird demnächst von Reno durch den geplanten Besuch des Hauptklärwerkes S- Mühlhausen beantwortet. Die Teilnehmer bleiben dran!
W. Raach